Die Telekom-Wettbewerber werfen der Bundesnetzagentur Untätigkeit in der Entwicklung des Marktes für schnelle Internetzugänge vor. „Die Bundesnetzagentur sitzt da und macht nichts“, kritisiert der Präsident des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (BREKO), Peer Knauer. Derzeit sei völlig unklar, zu welchen Preisen die Konkurrenten Leerrohre der Deutschen Telekom zur Verfügung gestellt bekämen und ob sie deren Kabelverzweiger mit benutzen könnten. Auch der vom Regulierer bereits festgesetzte Preis für die Anmietung der Telekom-Leitung vom Kabelverzweiger bis zum Endkunden in Höhe von 7 Euro müssen deutlich auf 3 bis 4 Euro reduziert werden.

Knauer warf zudem der Telekom vor, sie versuche wechselwillige Kunden mit unlauteren Methoden zu halten. Von Mitarbeitern der Call-Center würden sie unter anderem mit Aussagen unter Druck gesetzt, dass bei einem Wechsel die Telefonleitungen für mehrere Wochen gekappt würden. Darüber hinaus weigere sich die Telekom, Umstellungen bei Kunden, deren Verträge noch Restlaufzeiten von mehr als drei Monate hätten, zu bearbeiten und Umschalttermine zu nennen.

Äußerst zufrieden zeigte sich der BREKO-Chef bei der Vorlage der Jahreszahlen des Verbandes mit der Entwicklung der Geschäfte 2007. Insgesamt erhöhten sich die Umsätze der Mitgliedsunternehmen um 20 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. In diesem Jahr soll die Marke von sechs Milliarden Euro überschritten werden. Bei den DSL-Neukunden verzeichneten die Festnetzanbieter sogar einen Zuwachs von 2 Millionen oder 57 Prozent auf 6,5 Millionen. Das war ein Marktanteil bei den Neukunden in Höhe von 45 Prozent. Beim Kundenbestand dominierten aber nach wie vor die Telekom und reine Wiederverkäufer den DSL-Markt mit einem Anteil von 67 Prozent.

Bei den Geschwindigkeiten habe sich im vergangenen Jahr ein Anschluss mit 6 Megabit pro Sekunde zum Standard entwickelt, betont Knauer, der auch Vorstandschef des Anbieters Versatel ist. Er zeigte sich dabei überzeugt, dass die Bandbreite künftig im DSL-Geschäft über Erfolg und Misserfolg entscheiden wird. Durch abflachendes Kundenwachstum, steigende Marketingkosten sowie sinkende Preise werde eine Marktbereinigung immer wahrscheinlicher. „Die Marktkonsolidierung wird schon in diesem Jahr stattfinden“, prognostiziert er. Im BREKO haben sich die Wettbewerber der Telekom zusammengeschlossen.

th