18 Mrz
„Surfen Sie mit bis zu 16.000 Kbit/s im Internet“. So oder ähnlich gehen die meisten DSL-Provider heutzutage auf Neukundenfang. Doch bei vielen Kunden löst die Floskel „bis zu“ schon Bedenken aus. Denn damit sichern sich die Provider gegenüber Beschwerden ab, sie können nämlich nicht immer garantieren, dass der Anschluss auch wirklich 16.000 Kbit/s schnell ist.
Die absolute Geschwindigkeit eines DSL-Anschlusses hängt nämlich von einigen Faktoren ab, die in der Kundengewinnung meist nicht erwähnt werden, und wenn dann nur auf explizite Nachfrage. Zumeist ist die Geschwindigkeit abhängig von der Nutzeranzahl an einer Backbone-Leitung. Die Entfernung der Leitung vom letzten Verteilerkasten (TAL) spielt ebenfalls eine Rolle. Außerdem können noch etwaige Störungen durch schlechte Zuleitungen oder ähnliche Dinge die Geschwindigkeit bremsen.
Studie aus England
Die Marktforscher von Point Topic haben den DSL-Markt in England untersucht. Das Ergebnis wirkt ein wenig ernüchternd. Immerhin war es 72 % aller Kunden, welche einen 512 Kbit/s schnellen Zugang bestellt hatten, auch möglich mit dieser angegebenen Geschwindigkeit im Netz zu surfen. Nur 23 % der Kunden, die einen 4000 Kbit/s schnellen Anschluss bestellten, konnten die Bandbreite des Anschlusses auch voll ausnutzen. Das schlechteste Ergebnis erzielte die Bandbreite von 16.000 Kbit/s, hier waren es nur 4 % der Kunden, die in den Genuss der vollen Geschwindigkeit kamen. Fazit: Je höher die angegebene Geschwindigkeit, desto geringer die Möglichkeit die angegebene Bandbreite auch tatsächlich voll ausnutzen zu können.
Dieses Ergebnis beschränkt sich nicht nur auf den englischen Markt. Viele Länder in Europa haben mit diesem Problem zu kämpfen, darunter natürlich auch Deutschland. Trotzdem sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wer kritische Fragen stellt und sich genau informiert, muss sich hinterher auch nicht ärgern.
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