United Internet und Drillisch müssen erneut eine Niederlage im Kampf um freenet einstecken. Erst kürzlich hatte das Landgericht Kiel den Antrag auf eine einstweilige Verfügung durch United Internet und Drillisch abgewiesen. Nun lehnten die Richter gerade vorgestern erst einen weiteren Antrag ab, die ordentliche Hauptversammlung von freenet selbst einzuberufen, um so den Kauf von Debitel doch noch verhindern zu können.

Innerhalb von zwei Wochen muss ein Unternehmen laut Aktienrecht nach Feststellung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat sämtliche Aktionäre zur Hauptversammlung einladen. Bereits Ende März ist der Jahresabschluss bestätigt worden, allerdings warten die Aktionäre bis zum heutigen Tag auf eine Einladung zur Hauptversammlung. Der Grund für diese Verschiebung sei laut freenet Vertragsverhandlungen mit Debitel. Der Mobilfunkanbieter Drillisch, der zu etwa 25 Prozent durch eine gemeinsame Holding mit United Internet an freenet beteiligt ist, ging daraufhin kurzerhand in die Offensive und plante die freenet-Aktionäre nun selbst zur Hauptversammlung einzuladen. Ein entsprechender Antrag ist vor etwa zwei Wochen gestellt worden. Allerdings ist nun auch dieser Antrag durch das Registergericht in Kiel gestoppt worden.

Das Bundeskartellamt hatte vor weinigen Tagen die Übernahme Debitels durch freenet gemehmigt. Diese Genehmigung stärkt freenet weiter den Rücken im Kampf gegen die United Internet AG und deren Geschäftsführer Ralph Dommermuth. Dieser versucht mit allen Mitteln die Übernahme zu vereiteln. Doch bisher ist es ihm nicht gelungen. Eine Verhinderung der Übernahme rückt dadurch eigentlich in weite Ferne, doch Dommermuth ist ein Kämpfer und gibt sich nur äußerst ungern geschlagen. Erst kürzlich bekundete er, dass er weiterhin an freenet und auch Versatel interessiert sei. Es wird sicher noch ein weiterer Kampf in dieser nun schon Monate dauernden Schlacht ausgefochten werden.

tg