25 Apr
Die Telekommunikationsbranche in Deutschland will endlich reagieren und den etwa 2500 ländlichen Gemeinden, die bisher ohne breitbandiges Internet auskommen mussten, zu alternativen Highspeed-Anschlüssen verhelfen, die in etwa im selben Preissegment liegen sollen, wie die derzeitigen DSL-Angebote. Laut Einschätzung des Branchenverbandes VATM sollten alternative Technologien nur etwa 5 € monatlich mehr kosten dürfen als herkömmliche DSL-Angebote.
Das gibt den Gemeinden ein wenig Hoffnung, denn auch der Bund hat sich mittlerweile in die Lösung des Problems eingeschaltet. Mit der Gründung einet Task-Force sollen den Gemeinden auch Mittel des Bundes zur Verfügung gestellt werden, um einen Ausbau des DSL-Netzes zu Unterstützen oder für Alternativen zu sorgen. Allerdings müsse man die richtige Technologie finden, um einen Preis zu erreichen, der zu 90 % den marktüblichen Preisen in den Ballungsgebieten entspricht, so VATM Geschäftsführer Jürgen Grützner in einem Interview der Financial Times Deutschland.
Die großen Anbieter, wie die Deutsche Telekom oder Arcor weigern sich bisher ihre Netze auf die ländlichen Gebiete auszubauen, da sie der Meinung sind keine günstig kalkulierbaren Preise anbieten zu können. Wohingegen in den Ballungsgebieten ein nie da gewesener Preiskampf herrscht. Monatlich übertreffen oder in diesem Falle wohl besser unterbieten sich die Anbieter gegenseitig.
Die Bürgermeister der Gemeinden sind häufig überfordert ihren Bewohnern preisgünstige Alternativen zu DSL, wie UMTS, Wimax oder Sky-DSL bieten zu können. Deshalb sollen die Gemeinden nun mit Hilfe des Bundes direkt vor Ort mit Experten, Anbietern und Firmen überprüfen welche Voraussetzungen bei ihnen gegeben sind. Im Frühsommer dieses Jahres soll eine Befragung der Gemeinden gestartet werden, um sich einen ersten Überblick verschaffen zu können. Ziel der Bundesregierung ist es 99 % der Haushalte in Deutschland mit schnellem Internet zu versorgen. Bisher hat sich sehr wenig getan, trotz einiger bisheriger Aufforderungen der Bundesregierung besonders an die Telekom ihr Netz weiter auszubauen. Man kann den Gemeinden nur wünschen, dass diesmal besser kalkuliert wird und die zur Verfügung stehenden Bundesmittel sinnvoll eingesetzt werden. Denn ansonsten müssen die Bürger eben weiterhin auf günstiges schnelles Internet verzichten und weiterhin auf teure Alternativen zurückgreifen.
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