Wer glaubte das zähe Ringen um freenet sei endgültig beendet worden, unterliegt einem großen Irrtum. Der Kampf geht weiter. United Internet und Drillisch, beides Großaktionäre bei freenet, wollen ihren Stimmenanteil von 26 Prozent ausnutzen und am 8. August 2008 während der Hauptversammlung den kompletten Aufsichtsrat austauschen zu lassen.

Nachdem zwei einstweilige Verfügungen, die dem Zwecke die Übernahme von Debitel durch freenet zu verhindern dienen sollten, vor dem Landgericht Kiel gescheitert waren, versuchen United Internet und Drillisch nun durch die Wahl eines neuen Aufsichtsrates, das Unternehmen freenet nun doch noch zu übernehmen. Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ liegen Informationen vor laut derer das Kontrollgremium neu gewählt werden soll. Das Gremium soll dann dem Vorstand das Vertrauen entziehen und ihn somit absetzen. Sollte das geschehen, wäre der Weg für United Internet und Drillisch frei freenet komplett zu übernehmen.

Zusätzlich sollen noch durch weitere Anträge zur Tagesordnung Stimmungen erzeugt werden. Es soll überprüft werden, ob der Vorstand beim Kauf von Debitel seine Pflichten verletzt hat und warum sich die Einberufung der Hauptversammlung so lange verzögert hat. Experten gehen davon aus, das United Internet und Drillisch bis zum 8. Juli versuchen werden ihren Einfluss durch weitere Zukäufe zu vergrößern. Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat in der letzten Woche ihren Anteil an freenet an einen Unbekannten verkauft. Ein Schelm der vermutet Ralph Dommermuth, Geschäftsführer der United Internet AG, könnte hinter diesem Verkauf stecken.

tg