Die Bayern werden die ersten sein! Vielleicht nicht unbedingt im Fußball, jedoch sicherlich in der Geschwindigkeit ihrer Online-Anschlüsse. Denn noch in 2009 will Mobilfunkanbieter O2 deutlich schnellere mobile Internet-Verbindungen starten. Als erstes kommen Mitte des Jahres die Kunden in München in den Genuss von Breitband-Anschlüssen mit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 28 Megabit pro Sekunde. Das bestätigte nun auch offiziell Jaine Smith Basterra, Deutschland-Chef der Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns. Das entspricht den Geschwindigkeiten schneller DSL-Anschlüsse. Möglich wird das Tempo mit der Technologie HSPA+. Die entsprechende Technik liefere der chinesische Ausrüster Huawei Technologies.

Der Wettbewerber T-Mobile will ebenfalls mobile Breitbandverbindungen mit einer Download-Geschwindigkeit von 28,8 MBit pro Sekunde in Pilotversuchen ausprobieren. O2 rechnet damit, dass sich die Zahl seiner Kunden bei mobilem Internet 2009 verdreifachen wird. Die neuen schnellen Verbindungen werden die Nutzung von Multimedia-Diensten wie Video-Downloads sowie Spielen vereinfachen, betonte Basterra.

Somit hoffen die Mobilfunk-Betreiber nun, mit Hilfe höherer Datenumsätze aus dem mobilen Internet den Rückgang der Erträge in der Sprachtelefonie auszugleichen. Acht Jahre nach der Versteigerung der UMTS-Lizenzen sei das mobile Internet in Deutschland endlich Realität, sagte Basterra. Treibende Kräfte seien innovative Endgeräte, preiswertere Datentarife sowie auf die mobile Nutzung spezialisierte Anwendungen. 

Bei den Programmen für Smartphones, wie die Mischung aus Handy und Mini-Computer genannt wird, will O2 keinen eigenen Marktplatz aufbauen, sondern mit Anbietern wie Microsoft und Nokia kooperieren. „Wir werden Vereinbarungen treffen.“ O2 komme dabei zugute, dass man als Provider den direkten Kontakt zum Kunden habe. „Wir haben in der Vergangenheit auch mit den Handset-Herstellern eine Einigung gefunden.“

Das Ansehen der Mobilfunkprovider bei den Kunden in Deutschland nannte Basterra schlecht. „Die Kunden haben von Fallstricken in den Mobilfunkverträgen  die Nase voll.“ O2 sei klar, dass die Service-Qualität ein wichtiger Punkt sei, um sich im Wettbewerb zu unterscheiden. Daher habe man im März 2008 die Mindestvertragsdauer von zwei Jahren auf sechs Monate gesenkt. „Wir signalisieren den Kunden damit, dass wir sie nicht ewig an uns ketten wollen.“

Zusätzlich kündigte Basterra an, dass sein Unternehmen 80 Ladengeschäfte des Service-Providers freenet übernehmen werde. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Das Büdelsdorfer Unternehmen steckt derzeit in einem tiefen Umbau und ist dabei, die drei übernommenen Marken Debitel, Talkline und _dug zu integrieren. Die übernommenen freenet-Läden sollen bis zur Jahresmitte in O2-Shops umgewandelt werden. Derzeit hat O2 in Deutschland 725 Geschäfte, mittelfristig sollen es 1100 werden.

th