Die Deutsche Telekom sieht sich bei der Bereitstellung von Anschlussleitungen für die Wettbewerber als Spitzenreiter in Europa.Mit rund 6,4 Millionen Leitungen habe das Unternehmen fast doppelt so viele an Wettbewerber vermietet wie in Frankreich, Italien oder Großbritannien, teilte die Festnetztochter des Konzerns, T-Home, mit. Gleichzeitig rief der Marktführer seine Konkurrenten zu mehr Kooperation bei der Bereitstellung der so genannten letzten Meile zum Endkunden (TAL=Teilnehmeranschlussleitungen) auf, um die Wartezeiten bei den Kunden zu vermeiden. Zwischen Telekom und ihren Wettbewerbern herrscht seit einigen Monaten ein Streit über eine angeblich zögerliche Bereitstellung der TAL durch T-Home. Die hohe Nachfrage nach DSL-Anschlüssen hat auf Seiten der Wettbewerber zu erheblichen Engpässen geführt. Die Zahl der Kunden, die auf die Umschaltung ihres Anschlusses durch die Telekom warten, liegt nach Angaben des Branchenverbandes VATM immer noch bei knapp 100 000. In den vergangenen zwei Jahren hatte die Telekom mehr als vier Millionen Anschlüsse an die Konkurrenten verloren. Ihr Marktanteil liegt aber immer noch bei rund 80 Prozent. Darüber hinaus kassiert der Konzern aus den Vermietungen der Teilnehmeranschlussleitungen jährlich einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Wie T-Home weiter mitteilte, stelle das Unternehmen bereits drei Monate früher als von der Bundesnetzagentur gewünscht für die letzte Meile monatlich 330 000 Anschlüsse bereit. Zu Verzögerungen kommt es aus Sicht der Telekom vor allem deshalb, weil die Wettbewerber immer noch deutlich mehr Anschlüsse nachfragten als mit T-Home verabredet. Sie hielten sich nicht an die vereinbarten Planabsprachen, hieß es. Um Wartezeiten möglichst niedrig zu halten, forderte T-Home die Wettbewerber auf, ihre Verträge zeitnah auf das neue TAL-Standardangebot umzustellen.

th