Der Internetdienstleister United Internet (GMX, 1&1, WEB.DE) ist im vergangenen Jahr aufgrund von Abschreibungen auf seine Beteiligungen tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust betrug 121,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen nun mitteilte. In 2007 hatte United Internet noch 155,4 Millionen Euro Gewinn verbucht. Das operative Geschäft zeigte sich mit einer Umsatzsteigerung von knapp elf Prozent trotz der Flaute auf dem Werbemarkt vergleichsweise robust in der Wirtschaftskrise. Für 2009 rechnet United Internet allerdings nur noch mit einem leichtem Umsatzwachstum. Die Dividende für 2008 wurde gestrichen.

Die Abschreibungen belasteten das Ergebnis mit 275,4 Millionen Euro. Sie gehen auf Wertminderungen der Beteiligungen an den Telekom-Firmen Freenet, Versatel und Drillisch sowie dem Werbeunternehmen Goldbach Media bemerkbar, deren Aktienkurse im vergangenen Jahr stark gelitten hatten.

Auch für den Mobilfunkanbieter Drillisch lief das Jahr 2008 nicht überragend: Aufgrund hoher Abschreibungen auf den Wert der Beteiligung Freenet AG in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro, sei das Unternehmen in tiefrote Zahlen gerutscht. Bei einem Umsatz von 350 Millionen Euro (minus 3,2 Prozent) wurde unter dem Strich ein Verlust von 184 Millionen Euro ausgewiesen. Im Vorjahr war noch ein Gewinn von 24,3 Millionen Euro erzielt worden. Im operativen Geschäft sei der Gewinn dagegen gesteigert worden, hieß es aus dem Unternehmen. Das um die Wertberichtigungen bereinigte Vorsteuerergebnis stieg um 8,4 Prozent auf 30 Millionen Euro. Das Unternehmen zählte zum Jahresende knapp 2,4 Millionen Mobilfunk-Kunden und hatte im Jahresdurchschnitt etwa 350 Mitarbeiter.

th