7 Jul
Nach knapp fünf Jahren wieder zu haben: Freenet hat seine Webhosting-Tochter Strato zum Verkauf angeboten. Laut dem Mobilfunk-Anbieter will der Vorstand nun entsprechende Interessenbekundungen von potenziellen Käufern einholen. Es gebe eine Reihe von Interessenten, sowohl strategische Investoren als auch private Finanzinvestoren, ergänzte ein Sprecher. Zu genauen Preisvorstellungen wollte er sich jedoch nicht äußern. Freenet hatte Strato erst Ende 2004 für 130 Millionen Euro übernommen.
Seit dem Verkauf der DSL-Sparte an United Internet Ende Mai dieses Jahres wurde über die Trennung von der Webhosting-Tochter spekuliert. Informationen zufolge wollen die Büdelsdorfer bis zu 400 Millionen Euro für Strato erlösen, Analysten rechnen eher mit einem niedrigeren Ergebnis. Auch United-Internet-Chef Ralph Dommermuth hatte im Mai Interesse an dem Geschäftsbereich bekundet.
Freenet hat nach der Übernahme des kleineren Rivalen Debitel 2008 einen Schuldenberg von mehr als einer Milliarde Euro angehäuft. „Wir wollen uns weiter entschulden“, sagte der Sprecher. Allerdings sei Freenet durchfinanziert und nicht gezwungen zu verkaufen. Außerdem sei das Ergebnis von Strato positiv. Im vergangenen Jahr hatte das Berliner Unternehmen mit seinen rund 500 Mitarbeitern einen Umsatz von 78 Millionen Euro bei einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 35 Millionen Euro erzielt. Der aus der Verschmelzung von Freenet und Mobilcom hervorgegangene Service-Provider will sich auf den Mobilfunk konzentrieren.
Ob die Aktionäre zufrieden sind, wird sich auf der Hauptversammlung am 7. Juli zeigen. Diesmal dürfte es gemächlicher zugehen, als noch vor einem Jahr. Damals hatten die Großaktionäre United Internet und Drillisch lautstark versucht, den ehemaligen Freenet-Chef Eckhard Spoerr vom Thron zu stoßen. In diesem Jahr gehen sie etwas subtiler vor, um ihren Einfluss auf das Unternehmen zu erhöhen: Vier neue Kandidaten für den Aufsichtsrat weisen offensichtliche Verbindungen zu United Internet und Drillisch sowie dem dritten Großaktionär, dem Finanzinvestor Permira, auf.
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